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Konservatorium

Das Prayner Konservatorium des Herrn Mag. Josef Schmid mit Öffentlichkeitsrecht als eine international renommierte Ausbildungsstätte für Musik und dramatische Kunst in Wien, wurde 1905 von der Musikpädagogin Eugenie Patonay als Musikschule gegründet. 1911 übersiedelte das Institut schließlich in die heutigen Räumlichkeiten der ehemaligen Klavierfirma Ehrbar in der Mühlgasse 28-30 im 4. Bezirk in Wien im Eigentum von Kurt Steinitz. Es folgte eine bewegte Anfangszeit mit großem Studentenandrang und baldigen Erfolgsmeldungen über ausgezeichnete Absolventinnen und Absolventen des Lutwak-Patonay Konservatoriums für Musik und dramatische Kunst.

Bis 1938 war Kurt Steinitz der Eigentümer der Liegenschaft Mühlgasse 28-30. Als Österreich ans Deutsche Reich angeschlossen wurde flüchtete Kurt Steinitz nach Südamerika, und die Liegenschaft Mühlgasse 28-30 wurde durch den Gestapo-Vertrauensanwalt Stefan Lehner arisiert. Mit dem Jahr 1939 wurde zusätzlich das an dieser Liegenschaft eingemietete und betriebene Konservatorium für Musik und dramatische Kunst durch das Ehepaar Regierungsrat Prof. Karl und Margarethe Prayner arisiert.

Während des ersten und zweiten Weltkrieges wurden die heutigen Unterrichtsräumlichkeiten sowie die Säle, u.a. der berühmte ehemalige Konzertsaal der Klavierfirma Ehrbar, der Ehrbarsaal welcher um die Jahrhundertwende im Wiener Konzertleben eine bedeutende Rolle spielte, als Lager- und Vorratsräume benützt und dienten anschließend als Fabrikslokalität und Magazin. Nach dem zweiten Weltkrieg  wurde das Konservatorium sowie die Säle in ihrer ursprünglichen Form wiederhergestellt. Die unscheinbaren Übertünchungen im Ehrbarsaal wurden entfernt und die historisch wertvollen Stuckvergoldungen wieder freigelegt. Im November 1946 wurde der Ehrbarsaal mit einem Festkonzert der Wiener Philharmoniker unter Rudolf Moralt wieder eröffnet. Der Ehrbarsaal und die kleinen Säle sowie die Unterrichtsräumlichkeiten konnten danach wieder in gewohnter Weise für den Unterricht verwendet werden.

Die Arisierung wurde durch die Gerichte nach 1945 anerkannt, die Rückstellung und der finanzielle Ausgleich erfolgte über die Rückstellungskommission. Das Prayner Konservatorium für Musik und dramatische Kunst erhielt vom Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur mit Erlaß vom 31. März 1958 das Öffentlichkeitsrecht.

Mit dem Jahr 2011 erfolgt schließlich eine Erweiterung um einen zweiten Standort in der Mariahilfer Straße 51 im 6. Bezirk in Wien. In dem komplett neu renovierten Standort stehen ein neues Theater, Probebühnen, Unterrichts- und Übungszimmer für das Musikstudium zur Verfügung. Als international renommierte Ausbildungsstätte mit langer Tradition bietet das Konservatorium heute den über 900 Studentinnen und Studenten aus über 60 Ländern ein fundiertes und praxisnahes „Künstlerisches Diplomstudium“ für die Studienrichtungen von Klassik bis Jazz.

Klavierfabrik Ehrbar und der Ehrbarsaal

Friedrich Ehrbar, geboren am 26. April 1827 in Hildesheim (Deutschland), gestorben am 23. Februar 1905 in Hart bei Gloggnitz (Niederösterreich), war einer der bedeutendsten Klavierfabrikanten. Er ging 1848 nach Wien und arbeitete dort in der Werkstatt des Klavierbauers Eduard Seuffert. Nach dessen Tod im Jahr 1855 heiratete er Seufferts Witwe und übernahm das Geschäft. Er führte die bedeutende Tradition der Klavier- und Orgelbauerfamilie Seuffert unter seinem Namen weiter und übergab die Leitung 1898 an seinen Sohn Friedrich Ehrbar Junior. Sowohl unter seiner Führung als auch zuvor unter der Leitung von Seuffert zählte die Klavierfabrik zu den bekanntesten der Zeit, in welcher auch ein gewisser Heinrich Steinweg (Henry Steinway) der später noch Weltberühmtheit erlangen sollte, lernte und arbeitete.

 

Unter anderem kreierte Martin Seuffert, der Sohn von Eduard Seuffert das aufrecht stehende Hammerklavier, das wegen seiner kuriosen äußeren Gestalt den schönen Namen Giraffenflügel erhielt. Friedrich Ehrbar hingegen verwendete als erster österreichischer Klavierbauer den gußeisernen Vollrahmen.

 

Im Jahr 1876 wurde der Ehrbarsaal vom Klavierfabrikanten Friedrich Ehrbar in der Mühlgasse 30, 1040 Wien an der Stelle eines alten, zu klein gewordenen Saales erbaut. Architekt Julius Schrittwieser orientierte sich am Baustil der italienischen Hochrenaissance. Schnell wurde der akustisch ideale Aufführungsort im Herzen von Wieden zu einem musikalischen Zentrum der Stadt. Er war damals neben dem großen Musikvereinssaal (der Brahms Saal war ursprünglich als Unterrichtsraum konzipiert) der einzige ausschließlich zu Konzertzwecken gewidmete Saal in Wien. 1911 wurde die Galerie zugebaut und der Saal bekam seine heutige Form.

 

Zahlreiche der bekanntesten Musiker dieser Zeit traten wiederholt im Ehrbarsaal auf, wie Belá Bartók, Johannes Brahms, Anton Bruckner, Ignaz Brüll, Josef Helmesberger, Gustav Mahler, Pietro Mascagni, Max Reger, Anton Rubinstein, Leo Slezak und Bruno Walter. Weiters gab es Konzertreihen bekannter Musiker wie z.B. "Musik der Gegenwart" begründet von Paul Amadeus Pisk, Friedrich Wildgans, Marcel Rubin and Ernst Bachrich. Auch der erste Teil von Arnold Schönbergs "Gurreliedern" fand hier am 14. Januar 1910 gemeinsam mit anderen Werken des Komponisten seine Uraufführung.


Speziell auch in der jüngeren Vergangenheit erfreut sich der Ehrbarsaal wieder Beliebtheit bei den Künstlern unserer Zeit - u.a.:

 

Gesang: Luara Aikin, Sir Thomas Allen, Florian Boesch, Andrea Lauren Brown, Alfred Burgstaller, Bernarda Fink, Marcos Fink, Franz Grundheber, Dietrich Henschel, Robert Holl, Wolfgang Holzmair, Soile Isokoski, Daniel Johannsen, Angelika Kirchschlager, Emma Kirkby, Elisabeth Kulmann, Marjana Lipovsek, Dame Felicity Lott, Matthias Rexroth, Markus Schäfer, Anja Silja, Iris Vermillion, Ruth Ziesak

 

Klavier: Eugene Asti, Leonore Aumaier, Özgür Aydin, Markus Bellheim, Boris Bloch, Greta Benini, Christian de Bruyn, Jelena Boljubaš, Anastasiia Dombrovska, Sam Haywood, Cornelia Herrmann, Matthilde Hoursiangou, Nadja Höbarth, Gerold Huber, Paul Gulda, Frantisek Janoska, Graham Johnson, Christiane Karajeva, Till Alexander Körber, Florian Krumpöck, David Lutz, Ingrid Marsoner, Stefan Mendl, Stephan Möller, Florian Müller, Eytan Pessen, Fritz Schwinghammer, Charles Spencer, Anthony Spiri, Donald Sulzen, Matthias Veit, Natasa Veljkovic, Marita Viitasalo, Agnes Wolf, Shai Wosner, Midori Ortner

 

Streichinstrumente: Christian Altenburger, Annette Bik, Georg Breinschmied, Albena Danilova, Claire Dolby, Susanne Ehn, Johannes Flieder, Bettina Gradinger, Matthias Gredler, Holger Groh, Ute Groh, Erich Höbarth, Rainer Honeck, Herbert Kefer, Ernst Kovacic, Roby Lakatos, Andreas Lindenbaum, Herbert Mayr, Othmar Müller, Sabine Nova, Thomas Riebl, Sophie Schafleitner, Benjamin Schmid, Fuminori Maro Shinozaki, Christian Tetzlaff, Ana Topalovic, Antje Weithaas, Edua Zadory, Gerhard Zank, Florian Zwiauer

 

Blasinstrumente: Reinhold Brunner, Thomas Gansch, Wolfgang Koblitz, Donna Molinari, Marina Piccinini, Josef Reif, Matthias Schorn

 

Gitarre: Alegre Correa, Dietmar Kres, Diknu Schneeberger

 

Wienerlied, Jazz & Weltmusik: Otmar Binder, Alegre Correa, Peter Havlicek, Karl Hodina, Roland Neuwirth, Agnes Palmisano, Gerald Preinfalk, Roland Sulzer, Wiener Tschuschenkapelle

 

Schauspiel und andere: Ulrike Beimpold, Anne Bennent, Helmut Berger, Gregor Bloéb, Maria Happel, Nicole Heesters, Elfriede Irrall, Andrea Jonasson, Sona MacDonald, Karl Markovics, Karl Menrad, Petra Morzé, Joseph Lorenz, Cornelius Obonya, Elisabeth Orth, Nina Proll, Udo Samel, Martin Schwab, Peter Simonischek, Julia Stemberger, Angela Winkler

 

Ensembles: Hugo Wolf Quartetts, Ensemble Klesmer Wien, Faltenradio, Mnozil Brass, Prazak Quartett, Romantic chamber group of London, Vienna Clarinet Connection und Ensembles der bekannten Wiener Orchester

 

Auch heuer wird es wieder dicht im Veranstaltungskalender, besuchen sie auch die Konzerte der Stadtinitiative Wien:

 

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